WDR-Kulturnachrichten
03.02.2012 Verleihung des Deutschen Tanzpreises
Im Aalto Theater in Essen wird am Samstag der Deutsche Tanzpreis an Ivan Liska verliehen. Der in Prag geborene Tänzer stand fast 30 Jahre lang auf der Bühne, unter anderem in Düsseldorf, München und Hamburg. Er war in Werken von John Neumeier, Maurice Béjart, John Cranko und vielen weiteren Choreografen zu sehen. Seit 1998 ist Ivan Liska Direktor des Bayerischen Staatsballetts in München. Mit dem Deutschen Tanzpreis werden Persönlichkeiten geehrt, die sich um den künstlerischen Tanz in Deutschland verdient gemacht haben. Die undotierte Auszeichnung wird vom Verein zur Förderung der Deutschen Tanzkunst vergeben.
03.02.2012 Klage wegen Elbphilharmonie zulässig
Die Stadt Hamburg darf von der Baufirma Hochtief Schadenersatz für die Bauzeitverlängerung an der Elbphilharmonie einklagen. Das Landgericht Hamburg hat einen entsprechenden Klageantrag für zulässig erklärt. Entschieden ist der Streit damit aber noch nicht. Das Verfahren kann sich noch Monate hinziehen. Die Stadt Hamburg streitet sich mit der Baufirma seit Jahren über die Kostenexplosion und die Verzögerungen beim Bau des Konzerthauses.
03.02.2012 Wieder Religionsunterricht in Russland
Mehr als 90 Jahre nach der Abschaffung führt Russland wieder Religionsunterricht an allen Schulen ein. Wie die russische Regierung mitteilte, sollen vom kommenden Schuljahr an mehrere religiöse Wahlfächer landesweit angeboten werden. Die Schüler können demnach zwischen christlich-orthodoxer, islamischer, buddhistischer und jüdischer Religionskunde wählen. Auch Ethik und ein Fach über die Grundlagen der Weltreligionen werden angeboten. Nach der Oktoberrevolution 1917 hatte das kommunistische Regime Religionslehre an den Schulen verboten.
03.02.2012 CDU-Politiker stellt Spartenkanäle infrage
Der CDU-Politiker Arne Wulff kann sich vorstellen, Fernsehsender wie Phoenix und 3sat abzuschaffen. In einem Medienbeitrag hat der Leiter der schleswig-holsteinischen Staatskanzlei eine Neuordnung des öffentlich-rechtlichen Rundfunkwesens gefordert. Nach Ansicht von Arne Wulff droht durch die gestiegene Sendervielfalt eine Zersplitterung der Fernsehlandschaft. Angebote wie Nachrichten- und Kulturkanäle müssten deshalb auf den Prüfstand gestellt werden. Als Beispiel nannte der schleswig-holsteinische CDU-Politiker den Fernsehsender 3sat. Teile des Programms von 3sat könnten seiner Meinung nach bei ARD, ZDF oder ARTE untergebracht werden. Für die Rundfunkpolitik sind in Deutschland die Länder zuständig.
03.02.2012 Meister-Eckhart-Preis an Michel Serres
Der Meister-Eckhart-Preis geht in diesem Jahr an den französischen Philosophen Michel Serres. Zur Begründung hieß es, Serres werde wie kaum ein anderer Denker der Gegenwart den großen Fragen der Zeit gerecht. Der 81-jährige Wissenschaftler verbinde in seinem Werk Mathematik, Naturwissenschaften, Anthropologie, Mythologie und Philosophie wie kein anderer. Michel Serres war Philosophieprofessor an der Pariser Sorbonne und unterrichtet noch immer an der kalifornischen Universität Stanford. Er ist außerdem Mitglied der Académie française. Der Meister-Eckart-Preis ist mit 50.000 Euro dotiert. Er wird alle zwei Jahre gemeinsam von der Universität Köln und der Düsseldorfer Stiftung Identity Foundation vergeben. Die Verleihung ist Anfang Mai in Köln.
03.02.2012 Zarenrubel zu Rekordpreis versteigert
Eine russische Münze aus dem 19. Jahrhundert hat bei einer Auktion in Berlin einen Rekordpreis erzielt. Der sogenannte Familienrubel von Zar Nikolaus I. wurde für 650.000 Euro versteigert. Das ist der höchste Preis, der bei einer Versteigerung in Deutschland bisher für eine Münze bezahlt wurde. Wer die Gedenkmünze aus dem Jahr 1836 gekauft hat, gab das Auktionshaus nicht bekannt. Die Familienrubel sind die einzigen zeitgenössischen Münzen, auf denen sich Zar Nikolaus I. abbilden ließ.
03.02.2012 Restaurierte Magna Carta vorgestellt
Das US-Nationalarchiv hat eine aufwändig restaurierte Version der Magna Carta präsentiert. Das Dokument ist 715 Jahre alt, der Text gilt als wichtigste Quelle des englischen Verfassungsrechts. Der US-Unternehmer Rubenstein hatte das Dokument für mehr als 21 Millionen Dollar ersteigert. Er stellte es dem Archiv als Dauerleihgabe zur Verfügung. Rubenstein gab zudem 13,5 Millionen Dollar für den Erhalt der Magna Carta aus.
02.02.2012 Bayerns Landtag plädiert für Dürer-Ausleihe
Der bayerische Landtag hat sich mit dem innerbayerischen Streit um ein Dürer-Bild beschäftigt. Alle Fraktionen plädierten dafür, dass Albrecht Dürers "Selbstbildnis im Pelzrock" von München nach Nürnberg ausgeliehen wird. Das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg plant eine große Ausstellung mit Werken Dürers. Die Alte Pinakothek in München will das mehr als 500 Jahre alte Bild jedoch nicht dafür ausleihen. Sie befürchtet, es könne Schaden nehmen. Die Entscheidung hat in Nürnberg für Proteste gesorgt. Albrecht Dürer stammte aus Nürnberg, die Stadt hat aber fast alle ihre Dürer-Bilder im Laufe der Jahrhunderte verkauft, verschenkt oder anderweitig verloren. Über die Ausleihe des Selbstbildnisses entscheidet die Wittelsbacher Landesstiftung. Sie ist Eigentümerin des Bildes.
|